Forschungsergebnisse
  • Wie nutzen Schweizer Kinder und Jugendliche wirklich das Internet und die sozialen Netzwerke?
  • Inwiefern unterscheidet sich diese Internetnutzung von Jugendlichen in den anderen europäischen Ländern?
  • Welche Auswüchse können auf diesem Gebiet beobachtet werden?
  • Welche Bedürfnisse ergeben sich daraus bezüglich Begleitung und Prävention?

Während Jahren gab es keine Daten zum Internet- und Mediengebrauch der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz. Seit 2010 erheben nun 3 Forschungsprojekte Daten für quantitative und Längsschnittuntersuchungen:

Die JAMES-Studie

Eine wichtige Studie für die Schweiz ist die JAMES-Studie, die seit 2010 durch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) durchgeführt und von der Swisscom finanziert wird. Es ist die erste Studie, die systematisch alle drei Sprachregionen berücksichtigt. Alle zwei Jahre werden Daten erhoben und anschliessend in einem ausführlichen Bericht veröffentlicht.

Dazwischen erscheinen vertiefende Analysen in den Zusatzberichten "JAMESfocus". Themen waren z.B. Auswirkung der Mediennutzung auf schulische Leistungen, Gefahren der sozialen Netzwerke, Gamen, Youtuber, Mediennutzung und Schlafqualität usw.

Am 09.11.2016 wurde die JAMES-Studie 2016 vorgestellt. Wichtigste Ergebnisse: s. pdf-Zusammenfassung zum Herunterladen.

Zusammenfassung der Ergebnisse der im November erschienenen JAMES-Studie 2018:

Vieles bleibt seit 2010 oder 2012 (gewisse Fragen wurden dann ein erstes Mal gestellt) mehr oder weniger gleich. Doch es gibt auch Bereiche mit signifikanten Unterschieden:

  • Zum ersten Mal zeigt sich eine Veränderung bei den non-medialen Freizeitaktivitäten: Die Jugendlichen unternehmen häufiger etwas mit der Familie, treffen sich dafür weniger mit Freundinnen und Freunden.
    → Anzeichen von Cocooning?
  • Die Bedeutung von Streaming-Diensten nimmt markant zu: Mehr als die Hälfte aller Haushalte, in denen Jugendliche wohnen, verfügen über ein Abonnement, um Musik und Filme zu streamen. Erstmals gibt es mehr Film- und Serienstreaming-Abos als Zeitungsabos.
    → Wie wirkt sich dieses Unterhaltungsschlaraffenland auf Jugendliche aus?
  • In den letzten vier Jahren wurde eine signifikante Zunahme von Cybergrooming festgestellt. Ein Drittel der Jugendlichen gibt an, dass er/sie schon einmal online von einer fremden Person mit unerwünschten sexuellen Absichten angesprochen worden ist.
    → frühe Aufklärungsarbeit dringend notwendig.
  • Die Allgegenwärtigkeit des Handys ist ungebrochen: 99% der Jugendlichen besitzen ein Smartphone. Bemerkenswert ist dabei ein weiterer Anstieg der täglichen Surfdauer an den Wochenenden: im Durchschnitt 4h pro Tag (vorher 3h40). Die durchschnittliche Surfdauer an einem normalen Wochentag liegt unverändert bei 2,5 h.
  • Gerätebesitz: bei digitaler Fotokamera, DVD- und mp3-Player und Radio ist weiter eine rückläufige Tendenz zu verzeichnen. Dies liegt wohl daran, dass der Alleskönner Smartphone diese Funktionen übernommen hat.
    Bei Tablets ist erstmals eine Sättigungstendenz zu beobachten.
    → Wie verändert sich das im Zuge des Einsatzes von Tablets in Schulen?
  • 87% bzw. 86% der Jugendlichen haben ein Konto bei Instagram bzw. Snapchat. Rund ¾ bewegen sich täglich auf diesen beiden Plattformen, ein Grossteil davon nutzt diese sogar mehrmals täglich.
  • Fortnite ist rasch das beliebteste Game geworden. Die bisherigen Top-Titel bleiben aber wichtig.
    → Trend zu "soft violence", harmlos oder verharmlosend?

Die MIKE-Studie

Eine neue, repräsentative Untersuchung in der Schweiz, als Ergänzung zur James-Studie, ist seit 2015 die Mike-Studie: Sie befragt alle 2 Jahre Primarschülerinnen und -schüler (6- bis 13-jährig) zu ihrem Medienverhalten. Dabei interessiert besonders der Einfluss der Medien auf den Schlaf, auf Schularbeiten usw. In den Fokus wird auch die Rolle der Eltern gerückt, die Regeln für ihre Kinder (durch)setzen. 

Die Ergebnisse zeigen u.a., dass digitale Medien zwar eine grosse Rolle spielen, dass aber die Kinder immer noch als beliebteste Freizeitaktivität "draussen spielen", "Sport machen" und "Freunde treffen" angeben.

EU Kids Online

Ein interessantes Forschungsprojekt ist EU Kids Online, das von der Europäischen Kommission im Rahmen des Creating a Better Internet for Kids bewilligt wurde. Hierbei handelt es sich um eine internationale Vernetzungsinitiative, die europaweit verfügbare Daten zur Mediennutzung von Kindern bündelt und internationalen Kooperationspartnern zur Verfügung stellt. Forschunsgsabteilungen aus 33 europäischen Ländern beteiligen sich an diesem Projekt. Die Schweiz ist seit 2011 dabei.

Die Ergebnisberichte und Infografiken von EU Kids Online Schweiz können auf deren Webseite eingesehen oder heruntergeladen werden. Die aktuellste Studie stammt aus dem Jahr 2019:

 

Zusammenfassung Ergebnisse JAMES-Studie 2016
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