Die JAMES-Studie Schweiz

Eine zweite wichtige Studie für die Schweiz ist die JAMES-Studie, die seit 2010 durch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) durchgeführt und von der Swisscom finanziert wird. Es ist die erste Studie, die systematisch alle drei Sprachregionen berücksichtigt. Alle zwei Jahre werden Daten erhoben und anschliessend in einem ausführlichen Bericht veröffentlicht.

Dazwischen erscheinen vertiefende Analysen in den Zusatzberichten "JAMESfocus". Themen waren z.B. Auswirkung der Mediennutzung auf schulische Leistungen, Gefahren der sozialen Netzwerke, Gamen, Youtuber usw.

Im Jahr 2016 wurden beispielsweise die JAMESfocus-Berichte zum Thema "Mediennutzung und Schlafqualität"  sowie "Medienkurse und Medienkompetenz" publiziert. Ergebnisse in Kürze: s. hier.

Am 09.11.2016 wurde die JAMES-Studie 2016 vorgestellt. Wichtigste Ergebnisse: s. diese Zusammenfassung.

Zusammenfassung der Ergebnisse der im November erschienenen JAMES-Studie 2018:

Vieles bleibt seit 2010 oder 2012 (gewisse Fragen wurden dann ein erstes Mal gestellt) mehr oder weniger gleich. Doch es gibt auch Bereiche mit signifikanten Unterschieden:

  • Zum ersten Mal zeigt sich eine Veränderung bei den non-medialen Freizeitaktivitäten: Die Jugendlichen unternehmen häufiger etwas mit der Familie, treffen sich dafür weniger mit Freundinnen und Freunden.
    → Anzeichen von Cocooning?
  • Die Bedeutung von Streaming-Diensten nimmt markant zu: Mehr als die Hälfte aller Haushalte, in denen Jugendliche wohnen, verfügen über ein Abonnement, um Musik und Filme zu streamen. Erstmals gibt es mehr Film- und Serienstreaming-Abos als Zeitungsabos.
    → Wie wirkt sich dieses Unterhaltungsschlaraffenland auf Jugendliche aus?
  • In den letzten vier Jahren wurde eine signifikante Zunahme von Cybergrooming festgestellt. Ein Drittel der Jugendlichen gibt an, dass er/sie schon einmal online von einer fremden Person mit unerwünschten sexuellen Absichten angesprochen worden ist.
    → frühe Aufklärungsarbeit dringend notwendig.
  • Die Allgegenwärtigkeit des Handys ist ungebrochen: 99% der Jugendlichen besitzen ein Smartphone. Bemerkenswert ist dabei ein weiterer Anstieg der täglichen Surfdauer an den Wochenenden: im Durchschnitt 4h pro Tag (vorher 3h40). Die durchschnittliche Surfdauer an einem normalen Wochentag liegt unverändert bei 2,5 h.
  • Gerätebesitz: bei digitaler Fotokamera, DVD- und mp3-Player und Radio ist weiter eine rückläufige Tendenz zu verzeichnen. Dies liegt wohl daran, dass der Alleskönner Smartphone diese Funktionen übernommen hat.
    Bei Tablets ist erstmals eine Sättigungstendenz zu beobachten.
    → Wie verändert sich das im Zuge des Einsatzes von Tablets in Schulen?
  • 87% bzw. 86% der Jugendlichen haben ein Konto bei Instagram bzw. Snapchat. Rund ¾ bewegen sich täglich auf diesen beiden Plattformen, ein Grossteil davon nutzt diese sogar mehrmals täglich.
  • Fortnite ist rasch das beliebteste Game geworden. Die bisherigen Top-Titel bleiben aber wichtig.
    → Trend zu "soft violence", harmlos oder verharmlosend?

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